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Magic Meduno 2026
28. Juli 2026 · MFC Team
Montag
Gestern Abend bei der Anfahrt nach Meduno sah das Wettertechnisch hier noch so aus, als wenn die Welt gleich untergeht – verdammt viel Regen und Gewitter. Die letzte Stunde hier her hatten wir das Gefühl, wie werden nach Hause zurück gespült, so stark floss das Wasser auf den Straßen. Zeitweise haben es die Scheibenwischer es gar nicht geschafft, bzw konnte man nur mit 20 km/h über die Landstraße gondeln. Aber es soll sich gerne entladen, wenn es dafür die ganze nächste Woche richtig sonnig wird.
Gegen 22 Uhr kommt dann auch endlich der „Bummelzug“ aus Höxter hier an. Zur Entschuldigung, die Autobahnen waren aber auch echt voll.
Es gab noch ein kurzes kennenlernen und dann ging es auch schon bald ab in die Betten. Fertig für den Tag.
Am Morgen geht es dann um 8 Uhr mit dem Frühstücken los und danach wurde wie immer erst eine kleine Vorstellungsrunde gemacht, bevor wir mit dem Breefing beginnen.
Für die kommende Woche macht sich hier ein Hochdruckeinfluss breit. Der Chef erklärt natürlich wie immer ganz genau, wobei es bei der Wetteranalyse ankommt.
Danach geht es noch an den Landeplatz zur ausführlichen Besichtigung und Besprechung, da so einige Piloten hier noch nicht geflogen sind. Die Chefin gibt wie immer professionelle Tipps, die sehr hilfreich sind. Schnell noch den Landepunkt ausgelegt. Und dann kann es auch schon losgehen, ab auf den Berg. Der Monte Valinis verspricht einiges für den Tag.
Wir kommen aber nicht bis ganz hoch, der Weg ist versperrt. Betonmischer haben sich breit gemacht. Das kann noch dauern, bis die fertig sind. 20 Minuten mindestens. Also gehen wir mal ohne Ausrüstung zu Fuß bis zum Startplatz. Der Weg ist noch cuz ganz so weit, aber wenn man so gar keine Lust zum laufen hat, kann das gedanklich schon weit sein. Die Autos kommen dann später nach. Wir besprechen dann oben schon einmal den Startplatz und was generell beim starten am Hang so wichtig ist.
Hier oben ist es zum Glück nicht ganz so warm von den Temperaturen, das lässt sich ganz gut aushalten.
Als dann die Autos nachkommen, kann es auch schon fast losgehen. Fertig machen und auf das „Start-Go“ warten. Bei so einigen ist doch etwas Nervosität zu merken – für sie ist es der erste Start am Hang. Aber der Chef passt genau auf und nimmt hier und da auch etwas Nervosität.
Der erst Durchgang mit Starts sieht doch ganz gut aus. Es gibt den einen oder anderen Startabbruch, aber alles gut, die waren kontrolliert.
Gegen Mittag beginnt dann die zweite Runde und merkt schon, das der Wind etwas zugelegt hat. Auch am Hang ist es etwas unruhiger geworden. Wer das nicht mag, oder nicht verarbeiten kann, fliegt einfach raus in die Weite. Dort ist es viel ruhiger in der Luft. Auch da draußen kann man mit Hilfe über Funk super gut zum ersten Mal Thermik fliegen. Wir sind alle zum lernen hier. Die Landungen sehen laut Cheffin doch recht gut aus. Wir sind aber auch froh, das dort jemand steht und uns unterstützt.
Der dritte Durchgang startet dann am späteren Nachmittag.
Nun ist der Wind fast weg hier oben. Muss halt vorwärts gestartet werden. Sollte man ja auch üben und trainieren. Geht fliegen und habt Spaß.
Ausklingen lassen wir den Abend in der leckeren Pizzaria. Best ever. Ein toller Tag in Meduno.

Dienstag
Meistens kennt man das in Meduno: Schon am frühen Morgen strahlt die Sonne in voller Pracht, kein wirkliches Wölkchen ist am Himmel zu sehen. Natürlich ist das auch heute Morgen der Fall, wie sollte es auch anders sein, wenn der MFC auf Reisen geht.
Gibt es eigentlich etwas viel schöneres, wie morgens auf der Terrasse zu sitzen, in Ruhe zu frühstücken, die mächtigen Berge anzusehen das herrliche Grün der Bäume an den Hängen wahrzunehmen? Nicht wirklich. Es wirkt alles so majestätisch – so groß, so weit.
Weiter geht es mit dem ausführlichen Wetterbreefing und auch die Videoanalyse der Starts vom Vortag stehen auf dem Programm. Diese Option ist immer sehr wertvoll und sollte auch kontinuierlich praktiziert werden. Es geht nicht darum jemanden „vorzuführen“, sondern stets an sich und seinem Flugverhalten zu arbeiten. Wenn man die Tipps befolgt, dann sind die Gold wert! Dem geschulten Auge vom Chef entgeht nichts.
Nachdem alle Einheiten besprochen sind, kann es auch schon hoch auf den Berg gehen. Zuvor muss aber noch ein kleiner Stop am Supermarkt gemacht werden. Der Wasservorrat sollte bei den Temperaturen schleunigst aufgefüllt werden. Das ist schneller wieder ausgeschwitzt, wie man das aufnehmen kann.
Heute Morgen kommen wir auch gut durch bis direkt zum Startplatz, keine Bauarbeiter die aufhalten.
Wieder mal sehr wenig los hier oben. Wundert uns eigentlich. Bei dem super Flugwetter ist tatsächlich keine andere Flugschule vertreten. Gibt also nicht so viel zu schauen.
Der Chef meint, schnell fertig machen und raus. Je länger man wartet, desto stärker wird der Wind zum starten und desto sportlicher wird es am Hang. Die ganz mutigen vorweg und alle anderen hinterher. Als alle Piloten gestartet sind, ist auch bald das Shuttle losgefahren, um die Gelandeten wieder einzusammeln. Das bedeutet etwas durchatmen und entspannen für den Chef. Das hält nur nicht lange. Plötzlich kommt der Funkspruch: „Antje – ist denn das Shuttle am Landeplatz schon wieder losgefahren?“ Chefin zurück:“Die fahren gerade los, warum fragst du? Du hast doch einen Hintergedanken dabei!“ Chef:“ es sind Top Bedingungen und mir ist langweilig!“
Doch als die Meute oben ankommt, ist es schon zu windig für uns zum starten. Stattdessen zeigt uns der Profi, wie ein Kobra-Start geht und lässt uns probieren. Im Hintergrund geht das gut zu trainieren, da greifen die Böen nicht so durch. Und üben am Boden hat noch niemanden geschadet!
Die etwas erfahrenen Piloten dürfen dann aber schon bald wieder raus. Fliegen gehen und am besten Höhe aufbauen, um lange draußen zu bleiben. Plötzlich und ganz unerwartet ist in der Ferne der Himmel voll von Gleitschirmen. Was ist das denn? Weltmeisterschaft-Contest im Gleitschirmfliegen kommt hier bei uns in Meduno vorbei. Sie sind in Gemona gestartet und deutlich hinter unserm Startplatz liegt der Wendepunkt. Ein Schauspiel erster Sahne! So viele Schirme am Himmel, das ist eindrucksvoll zu beobachten. Und alle nutzen die gleiche Thermik um Höhe aufzubauen. Von unten sieht das für uns sehr spektakulär aus, aber es scheint gesittet zu zu gehen. Toll, muss man mal erlebt haben. Funkspruch vom Chef an unsere Piloten in der Luft, als das Teilnehmerfeld auf uns zu kommt:“ Alle MFC-Piloten fliegen raus ins Tal und machen Platz. Oder ihr macht es wie die Jana und fliegt über der Competition!“ Wahnsinn, was die Dame an Höhe hatte, fliegt die einfach mal so eben deutlich über dem Teilnehmer Feld! Glückwunsch.
Als alle wieder Richtung Gemona waren, konnten wir auch noch einen tollen letzten Flug hier am Hang genießen. Was soll ich sagen – das war schon MAGIC MEDUNO! Wir hatten auf jeden Fall Spaß und tolle Flüge in ganz ruhiger und sanfter Thermik. Perfekt zum Abschluss des Flugtages. Es sind beachtliche Flugzeiten zusammen gekommen. So sollt ihr das machen.
Wir hatten dann einen ganz tollen Ausklang abends bei leckerem Essen hier in Italien.

Mittwoch
Ein neuer Morgen am Fuße des Monte Valinis. Es verspricht wieder ein toller Flugtag zu werden.
Nach dem gemeinsamen Breefing wird heute das Toplanden ausführlich besprochen und analysiert. Da darf auch das DHV Video nicht fehlen, das wir uns anschauen. Was kann man gerne probieren und was ist ein absolutes NoGo – ich möchte an dieser Stelle einmal Danke sagen, das Ihr (Teamleitung) immer so gut auf uns achtet!! Ihr findet noch so kleine Fehler und arbeitet gemeinsam mit uns daran, damit wir uns stetig verbessern. Ganz besonders ist mir eure Professionalität wieder im Nachgang des Tages bewusst geworden. Fliegen ist und bleibt eine Risikosportart, aber ihr versucht immer, das man daran arbeitet, um dieses Risiko deutlich zu minimieren – man muss es nur selber als Pilot annehmen und mitarbeiten.
Dann kann es auch schon hoch auf den Berg gehen. Gehen? Nein – fahren. Gehen kommt an anderer Stelle.
Auf dem Weg nach oben muss aber zu erst noch ein kleiner Stopp bei der besten Eisdiele im Ort eingelegt werden. Sven und Antje brauchen ein Eis. Ist ja auch das Beste, was man bei diesen morgendlichen Temperaturen machen kann.
Dann geht es aber wirklich hoch. Tja, kurz vor dem Gipfel des Berges kommt dann hinter einer der letzten Kurven die Überraschung zum Vorschein. The Same Procedure as Monday – ein Betonmischer versperrt den Weg. Er fährt gerade erst in Position und rangiert noch. Das wird dauern mit dem entladen. Warten ist keine Option, also Ausrüstungen raus und das letzte Stück zu Fuß weiter gehen. Ach, da sind wir doch beim gehen. Na dann! Wer es mag – gerne ……. Und wer mich kennt: Never – und schon gar nicht mit Ausrüstung! Aber das Auto muss ja später auch hoch. Warte ich halt ganz entspannt im Schatten, bis die Bauarbeiter ihre Arbeit verrichtet haben. So lange hat das ganze jetzt auch wieder nicht gedauert und das Auto und ich konnten kurze Zeit später folgen. Auch wenn die Temperaturen deutlich angenehmer sind wie am Landeplatz, so ein Fleckchen Schatten fehlt aber. Wir bauen uns einfach unseren eigenen Schatten.
Oben steht schon ein leichter Hauch Wind aus Süd an, Perfekt zum starten. Also alle fertig machen und raus, ab zum Fliegen. Der erste Durchgang ist dann auch relativ zügig in der Luft. Die Starts sehen soweit doch ganz gut aus. Übung zahlt sich aus!
Antje bringt dann später alle die, die schon gelandet sind wieder nach oben. Allerdings sind die Bedingungen jetzt um die Mittagszeit doch recht anspruchsvoll, sodass von unserer Gruppe nicht wirklich jemand starten mag. Bleiben wir halt hier oben sitzen und machen Parawatching, ein bisschen im Schatten chillen, das eine oder andere Mittagsschläfchen – mit Geräuschen – ist auch drin. So kann man das Leben genießen. OK! Ohne Geräusche wäre es deutlich angenehmer, aber die waren echt nur von kurzer Dauer.
Was soll ich euch schreiben: Drei unserer Piloten haben sich tatsächlich zu Fuß auf den Weg nach oben gemacht. Einer sogar mit kompletter Ausrüstung. Wir erwarten sie nach gut 2 Stunden oben am Hang. Tolle Leistung. Sie sehen doch erstaunlich fit aus nach dem Aufstieg.
Wie wir kurze Zeit später erfahren, sind noch 2 Piloten aus unserer Gruppe aufgebrochen um den Startplatz zu Fuß zu erklimmen. Wieder einer mit der Ausrüstung auf dem Rücken. Auch die werden natürlich sehnsüchtig erwartet und gefeiert, als sie oben ankommen. Der Pilot mit der Ausrüstung ist topfit und es ist nicht einmal der Ansatz eines Schnaufens zu vernehmen. Wahnsinn. Zu dem Herren ohne Ausrüstung schreiben ich jetzt mal nichts, da sagen Bilder mehr wie Worte. Aber hey, alles gut – er lebt, zumindest atmet er.
So langsam wird der Wind und auch die thermischen Bedingungen da draußen deutlich entspannter, sodass auch wir uns fertig machen können. Wir bekommen die Order vom Team diesen letzten Flug des Tages in diesen herrlichen Bedingungen einfach zu genießen – das ist nach diesen Erlebnissen auch mehr wie erforderlich! Danke für euren Support – für das vielleicht auffangen, für das offene Ohr, für die professionelle Reflexionen.
Dank der oben genannten Dinge kommen noch tolle Flüge und prima Landungen zustande.
Ausklingen lassen wir den Abend dann hier in der Unterkunft bei sehr leckern Nudelgerichten.

Donnerstag
Heute wird es sehr heiß hier tagsüber. Von daher wird beim Breefing beschlossen, das wir schnell hochfahren und einen Durchgang am Vormittag zu machen, um dann mal eine Mittagspause einzulegen. Diese wollen wir aber nach Möglichkeit unten im Schatten verbringen und nicht oben in der prallen Sonne. Denn dort oben sind diese Plätze doch sehr rar. Auch wenn oben die Temperaturen deutlich geringer sind, wird das die bessere Entscheidung sein. Vermutlich sind die Startbedingungen in der Mittagszeit doch wieder viel zu heftig. Gesagt, getan, rauf auf den Berg. Heute Vormittag ist die Straße frei nach oben – kein Betonmischer in Sicht. Es muss erst neu vorbereitet werden, damit garantiert morgen neuer Beton kommen kann und wir wieder Latschen müssen. Lassen wir uns mal überraschen.
Oben zeigt sich dann, das bisher doch recht wenig Wind auf dem Hang steht. Der Chef meint, wenn wir uns beeilen, schaffen wir noch einen zweiten Durchgang vor dem Mittag. Das muss er uns nicht zweimal sagen. Da klappen sogar die Starts richtig gut. Wirkliche Thermik ist eh noch nicht draußen, also ab zum Landeplatz. Schnell zusammengepackt – auch sehr schweißtreibend bei den Temperaturen – und wieder nach oben.
Nun ist schon ein bisschen mehr Wind vorhanden und man kann auch in der Thermik drehen. Bei diesem Durchgang schaut das starten ebenfalls recht ansprechend aus, zumindest bei den meisten.
Dann ist aber wirklich Mittagspause angesagt. Die wird ganz unterschiedlich genutzt. Ein Schläfchen, was essen, Eis, Shopping, duschen, jeder so wie er mag. Gegen 16 Uhr kommt dann die Info: Gleich ist wieder abfahrt nach oben. Einmal wollen wir heute auf jeden Fall noch fliegen, auch wenn die warmen Temperaturen doch schlauchen und anstrengend sind. Oben angekommen zeigt sich, das etwas Wind auf dem Hang steht und es somit auch gleich losgehen kann. Moment, Moment Cheffe – erst einmal durchschnaufen und die fabelhafte Aussicht genießen! Lässt sich da ein Sättigungsgefühl wahrnehmen? Satt vom fliegen?! Hmmm – wohl eher kaum, schließlich benötigen welche die Anzahl der Starts, sie möchten doch die Hangstartgenehmigung erlangen. Die ersten machen sich dann kurze Zeit später fertig und gehen raus. Auch wieder relativ saubere Starts sind zu sehen. Viel gelernt in dieser Woche haben wir! Thermisch geht aber für die meisten da draußen nicht mehr so wirklich viel und so landet einer nach dem anderen unten ein. Schnell zusammenpacken, in den Bus steigen und erneut hoch – zumindest wer mag. Wer nicht mehr mag wartet einfach unten und genießt den frühen Abend bei einem kühlen Getränk. Die Starts in der letzten Runde sehen super aus, sehr wenig Arbeit für das Team, dennoch aber natürlich immer unter Beobachtung von Ihnen. Nichts entgeht diesem geübten und geschulten Auge. Auch kleine minimale Fehler werden sofort korrigiert, stets mit dem Gedanken im Kopf – Profis aus uns zu machen.
Ausklingen lassen wir den Abend dann wieder in der besten Pizzeria hier in der Gegend. Es schmeckt einfach zu gut. Heute Abend gibt es für einige Teilnehmer aber noch einen kleinen „Absacker“ auf dem Campingplatz hinter der Pension. Natürlich nur, wer mag. Musik inbegriffen – eine tolle alternative den lauen Sommerabend zu genießen.

Freitag
Ein schöner Abschluss für eine gelungene Flugreise.
Freitag – ausnahmsweise unser letzter Tag
Wir haben uns entschieden, bereits am Samstag die Heimreise anzutreten. Zum einen, weil wir in dieser Woche traumhafte Flugbedingungen hatten und wirklich viele schöne Flüge genießen konnten. Zum anderen sind für Samstag Gewitter vorhergesagt, sodass wir die Reise entspannt und sicher beenden.
Unser Fazit dieser Woche fällt rundum positiv aus: Jeder hat fliegerisch große Fortschritte gemacht, viel Neues gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Mindestens genauso schön war zu sehen, wie aus der Gruppe eine echte Gemeinschaft geworden ist – eben echte MFC-Piloten.
Wir bedanken uns herzlich für euer Vertrauen und die tolle gemeinsame Zeit. Es hat riesigen Spaß gemacht, mit euch diese Flugreise zu erleben. Wir freuen uns schon jetzt darauf, euch bei einer unserer nächsten Flugreisen wiederzusehen.
Euer Cheffe und eure Cheffelin

